Sanierung HAAREN

Übersicht über die Arbeiten in Haaren

    

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Windmühle Waldfeucht – HAAREN

Die ndl. Mühlenbaufirma BEIJK baut die alten Flügelruten und das Krühwerk kpl. aus.

Beim Klick auf’s Bild startet das Video

 

Lesen Sie hier den Aufsatz unseres jungen, freiwilligen Müllers Leon Joachims zum Ablauf der Arbeiten.

Bericht_Arbeiten Haaren_28.+29.4.21

Fotos zum Bericht

 

Alle Bauteile, wie Vorheck-Bleche, Hecklatten und Saumleisten sowie die Krühwerkbalken sind in einem dem Alter von über 80 Jahren entsprechenden, maroden Zustand.

Besonders die Schwerter und der Steert sind teils innen hohl…es wurde Zeit für die Erneuerung

Flügelwerk ab, Wellkopf in luftiger Höhe gereinigt und so steht sie nun da und wartet auf die neue Ausstattung.

Rutensanierung inkl. Vorheck, Krühwerkerneuerung (ndl. Kruiwerk), Mauerwerksanierung, Anstrich.

Das Beispiel unten zeigt an Hand eines anderen Auftrags, wie die neuen Flügelruten aussehen werden.

 

Die Flügelruten aus vernietetem Stahl in der Vorfertigung       Die Stromlinien-Vorhecksegmente aus Aluminium

Das Vorhecksystem auf der Rute befestigt         Roh gesägte, lange Schwerter

Roh gesägte, kurze Schwerter

Hier wurde der Wall abgetragen, um die Oberfläche zu ebnen. Zudem wird er niedriger, um den etwas längeren, neuen Flügeln mehr Platz zu geben.

Mit dem „Abraum“ wurde die Wallböschung – bei heftig-stürmischem Wetter – aufgefüllt.

 

Die beiden Tore des Einfahrt-Kellerholländers wurden ausgebessert und neu gestrichen

Die meisten Krühpfähle sind mit den Jahren arg morsch geworden

Der Mühlenturm wurde eingerüstet, um die Fugen kpl. neu zu verfugen. Allerdings wird heute nicht mehr mit Zementmörtel verfugt, sondern mit sogenanntem hydraulischem Kalkmörtel. Dieser ist bauphysikalisch wesentlich sinnvoller. Bereits unsere Vorfahren kannten diesen Baustoff und daher wird er heute wieder genutzt. Auch der Verfugebetrieb kannte das Material noch nicht und musste erst Erfahrungen zur Verarbeitung sammeln.

Der Turm wird jetzt neu verfugt; etwa 200 m*2 sind es insgesamt.

Auch der sogen. Mühlenkeller wurde so instand gesetzt.

Die Balkenlochdeckel des Mühlenturms wurden neu gestrichen

Bei der Sanierung des Turmmauerwerks gab es einige böse Überraschungen.

Die gemauerten Innen-u. Außenschalen der Brandziegel waren nicht vernünftig miteinander verbunden und haben sich durch physikalische u. chemische Prozesse im Laufe der Jahre voneinander gelöst. D.h. das Mauerwerk muss jetzt stellenweise neu aufgemauert werden. Das Problem dabei: die original verwendeten Ziegel haben ein anderes Format, als die heute üblichen.

Die alten Ruten sehen nicht gut aus. Etwa 50% des Stahlmantels müssen mit neuen Corten-Stahl-Platten ausgebessert werden; diese werden angenietet.

Die Ruten werden beim Mühlenbauer BIJK gesandstrahlt und überholt und sehen dann so aus.

Neue Flügelruten werden heute meist genietet, weil sie dauerhaltbarer sind als geschweißte.

Leider dürfen wir keine Fotos des Nietprozesses zeigen, weil es Betriebsgeheimnis ist.

Die neuen Schwertbalken sind aus geschweißten Stahlplatten.

Das Verfugen ist fast abgeschlossen. Der Turm ist fertig, als Nächstes folgt der Keller mit seinen Gewölbeteilen. Danach kann das Gerüst abgebaut werden und die Aufräumaktionen können starten.

Noch ´ne Überraschung – die ostwärtigen Eingangstüren sind unten morsch.

Die Fensterwangen vertragen, wie auch alle Fensterrahmen, reichlich Farbe. Diese Arbeiten erfolgen in Eigenleistung.

Der neue Steert wird für den Einbau vorbereitet. Er wurde von der Mühlenbaufirma gefertigt und nach Haaren angeliefert. Er ist aus BILINGA, einem Hartholz aus West- u. Zentralafrka in der höchsten Dauerhaftigkeitsklasse 1 und ist extrem widerstandsfähig gegen Insekten und Pilze. Wir streichen ihn mit Halböl, einem Schutzöl aus Leinöl mit Zusätzen und Farbpigmenten.

Seine Maße:  25 x 25 cm Querschnitt und gut 11 m lang, sein Gewicht beträgt ca. 600 kg. Zur Montage wurde er dann unprätentiös zur Mühle gebracht.

Der Mühlenturm ist nun fertig verfugt. Es folgt noch der Eingang zum Keller und das Gewölbe.

Hier zu sehen, der Rest einer noch älteren Flügelrute; ziemlich zerrostet!

Weitere Arbeiten in und an der Mühle:

  • Anstrich der Holzteile der Haube
  • Sanierung der alten Ruten
  • Erneuerung der Van-Bussel-Nasen an den Flügeln
  • Erneuerung des Steert
  • Reparatur der Böden, der Getreidetrichter, der Balken und des Räderwerks

Der Mühlenbauer lieferte die 2 Schwertbalken und 4 Schwerter. Nun kann´s weiter gehen…

Die Köpfe der beiden Fugbalken – die „Längsträger“ der Haubenkonstruktion – waren stark verfault. Um nicht die gesamten Balken auszuwechseln, was eine Totaloperation bedeutet hätte, wurden die Balkenköpfe fachgerecht ausgewechselt; eine kunstvolle Zimmererarbeit…

Mithilfe einer Hebebühne wurden die Schwertbalken ausgetauscht.

Alter, hölzerner (links) u. neuer, metallener Schwertbalken.

Steert, Schwertbalken (Spreet) und Schwerter (Schoren) wurden bei bestem Wetter Mitte November montiert.

Beim Sandstrahlen im Rahmen der Restaurierung und Verlängerung der Flügelruten kamen Markierungen aus ca. 1940 zum Vorschein.

Vorheck: die klappbaren Aluminium-Nasen werden auf den Ruten montiert

Am 10. Dezember 2021 war es endlich soweit: Die restaurierten und auf je 25,70 m verlängerten Ruten wurden wieder montiert.

Anlieferung vom Logistiker im Auftrag des Mühlenbauers BEIJK / NL.

Anschlag und Festfressschutz an den Ruten am Sitz im Wellkopf. Ansetzen zum Einfädeln.

 

Hier hilft der Eigentümer beim Einsetzen: die Hausrute sitzt!

Feldrute sitzt auch.                          Die versammelte Eigentümerfamilie schaut gespannt zu.

Angeliefert wurden die Hölzer für die Saumleisten und Heckscheite. Zudem werden 6 Krühpfähle des Mühlenwalls erneuert.

Der alte Krühbock wurde überarbeitet und wieder angebracht.

Schwertaufhängung mal anders – mit Kette zur besseren Trocknung.

Ruten im Wellkopf verkeilt und gesichert.

Heckscheite werden eingepasst.

Angelieferte Vorhecknasen mit Bremsklappen werden angebaut.

Das vorgezogene Weihnachtsgeschenk für die Familie Verbeek: Die Flügel sind bereit

 

HS-Zeitung 11.12.21

Am 6. Sept. 2021 besuchte uns die Fachministerin des Landes NRW, Ina Scharrenbach. Informationen dazu finden Sie hier.