Mahlstein – Mühlstein

Mahlstein Mühlstein

Der Müller oder Mühlenbetreiber sagt nicht Mühlstein, sondern Mahlstein.

Die Steine müssen gleichmäßig hart und scharf porös sein. Das erreichen sie durch die Eigenschaft, mineralisch möglichst scharfkantig zu brechen; eine Art Selbstschärfung, die Mahlfläche muss rau bleiben. Die Steine können aus mehreren Steinbrocken zusammengesetzt werden, die höheren Qualitäten sind aus einem Stück.

Eine sehr gute Internetseite gibt Informationen zu Mahlsteinen. Sogar eine Dissertation dazu gibt es!

Folgende Bezeichnungen und Informationen dazu:

 

  • Franzose: Süßwasserquarz. Höchste Qualität, Fundort meist La Ferté-sous-Jouarre, Frankreich, daher auch Champagnerstein, für höchste Mehlqualitäten eingesetzt.
  • Jonsdorfer Sandstein: In den Mahlsteinbrüchen von Jonsdorf (Sachsen) wurden sehr hochwertige Mahlsteine gebrochen. Der Sandstein in dieser Gegend wurde durch vulkanischen Einfluss gehärtet (gefrittet) und zeigt ähnlich gute Mahlqualität wie die französischen Steine.
  • Porphyr und Granit: Hart und sehr porös, für hohe Qualitäten.
  • Blauer oder Deutscher: Poröse Basaltlava, für mittlere Qualitäten. In den Steinbrüchen im Raum Mendig und Mayen wurden seit dem Mittelalter, teils auch schon in vorgeschichtlicher und römischer Zeit Mahlsteine aus Tephritlava hergestellt (Bild unten).

 

  • Sandsteine: Harte Sandsteine. Niedere Qualität. Wegen mehr oder weniger starkem Abrieb nur für Futterschroterei eingesetzt.
  • Kunststeine: Künstlich aufgebaute Steine, ab Anfang des 20. Jahrhunderts produziert, allseitig einsetzbar.

Die Mahlfläche eines Mahlsteines

Die eingearbeiteten Rillen (Luftfurchen) nehmen das Getreide auf und transportieren es durch Reibung und Fliehkraft nach außen, brechen und zerquetschen es und bringen es zu den Mehlbahnen (-leisten). Dazwischen wird es gemahlen und zuletzt wird das Mehl durch das Schluckgat im Büttenboden in Richtung Absackvorrichtung transportiert. Die Oberfläche des Mahlsteines wird grob in drei Bereiche geteilt. Von der Steinmitte (Auge) aus gesehen wird im ersten Drittel das Getreide gerollt und gequetscht. Im zweiten Drittel wird es gebrochen und erst im letzten Teil der Fläche, also außen, wird es gemahlen. Daher muss der Stein auch dementsprechend geschlagen werden. Die Luftfurchen werden – von der Mitte aus gesehen – immer flacher.

 

Die erhabenen Mehlbahnen werden mit einem Kraus- oder Stockhammer,
Cherier- oder Scherrierhammer (ndl. Kneushamer oder Bouchard) beschlagen,

und die eingearbeiteten Luftfurchen mit einem Bicken- oder Billenhammer, Bicke oder Bille.

So ungefähr…

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Furchentypen.

Die Mahlsteine in der Lümbacher Mühle in Kirchhoven z.B. haben einen
Durchmesser von 1,40 m und ein Gewicht von etwa je 1,5 t.

Und so wirds gemacht:

1. Holzbütte (Mahlgangabdeckung) ist bereits demontiert,

2. Läuferstein mit Steinkran so hoch anheben, dass er gedreht werden kann,

3. Läuferstein auf Bodenstein ablegen.

4. Mit der mit Farbkreide bestrichenen Richtlatte die Mahlfläche prüfen.

5. Mit dem Stockhammer werden die Mehlleisten beschlagen und immer wieder geprüft.

6. Danach werden die Luftfurchen nachgeschlagen.