Verein Historische Mühlen im Selfkant e. V.

Segel für Windmühlen - Mühlensegel


Windmühlen, die als sogenannte Segelgattermühlen gebaut wurden, haben heutzutage Segel aus drei verschiedenen Tuchmaterialien.

Urspünglich gab es natürlich nur Leinen- und Baumwollsegeltuch.
Zum Schutz wurde das Segeltuch, wie in früheren Zeiten auch bei Segelschiffen, mit einem Schutzanstrich versehen. Dazu gab es etliche Geheimrezepturen, wie z.B. nach Schwahn (1847):
Roggenmehl, Braunrot oder gelbe Erde, Teer, Talg Salz und Wasser. Das Mehl wurde in kaltem Wasser angerührt, die Farbe einen halben Tag lang eingeweicht, die Mehlpampe und der Teer hinzu gegeben, das Salz mit Wasser verkocht und kochend heiß zum Mehlgemisch gegeben und verrührt. Zum Schluss wurde der Talg zugegeben. Diese fertige Anstrichmasse wurde mit einem aus Leinenlappen gefertigten Pinsel auf das Segeltuch gestrichen.
Andere Anstrichfarben bestanden aus Firnis, Leinöl oder Holzkohlenteer, Braunrot und Ocker
oder Leinöl mit etwas Mennige.

Später kamen Segeltücher aus Polyester (PET) oder einer Mischung aus Polyester und Baumwolle zum Einsatz. Mit verschiedenfarbigem Hydrolin(R), einem bekannten Imprägniermittel, kann man das Tuch wetterbeständiger machen und verblichene Segel farblich wieder auffrischen.

Relativ neu ist ein als WK77 benannter Tuchstoff, der zu je 50% aus Polyester und Polyvenylacetat (PVAC) besteht.
Dieser hat den Vorteil, dass das Tuchmaterial leichter als die anderen Materialsorten und nahezu verrottungsfest ist. Es bindet kaum Wasser; damit bleibt das Tuch innen trocken und somit leicht. Außerdem besteht bei Frost keine Bruchgefahr.

Die Segel in Waldfeucht und Kirchhoven sind von der Segelmanufaktur Marc Crins aus Swalmen/NL. Marc ist einer der beiden Ausbilder, die unsere Hobbymüller ausbilden.

Bild "Wissenswertes:MC_Zeilmakerij.JPG"

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